Warum brauchen wir die NEIN-Idee ?

Stellen Sie sich Folgendes vor:

Sie stehen vor einem Eisverkäufer und haben Appetit auf eine Kugel Schokoladeneis. Der Verkäufer hat aber leider kein Schokoladeneis im Angebot. Da Ihnen die anderen Sorten nicht zusagen, gehen Sie einfach weiter. Sie sagen also „Nein“ zum Angebot des Verkäufers. Dieses „Nein“ hat direkte Folgen. Entweder führt der Eisverkäufer nun Schokoladeneis ein oder er missachtet weiterhin die Wünsche seiner Kunden. Das hat dann seine Pleite zur Folge.

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Stellen Sie sich nun Folgendes vor:

Sie stehen in einer Wahlkabine und wollen eine Partei wählen. Da Ihnen keine der antretenden Parteien zusagt, wählen Sie auch keine. Sie sagen also „Nein“ zum Angebot der Parteien. Dieses „Nein“ hat allerdings keine weiteren Folgen. Die etablierten Parteien werden weiterhin nicht auf die Wünsche der Wähler hören und müssen trotzdem keine Pleite fürchten, da bei der Sitzvergabe ja bekanntlich Nichtwähler, ungültige Stimmen und die Stimmen für die „unter 5% Parteien nicht beachtet werden.

Was wäre aber wenn diese Menschen eine Partei wählen könnten,die Ihrem „Nein“ im Parlament Gehör und Stimme verschaffen würde, Eine Partei die bei allen Entscheidungen mit „Nein“ stimmt? Die etablierten Parteien würden schlagartig zu Eisverkäufern und müssten ihre Politik komplett am Kunden ausrichten. Wenn Sie das nicht täten, würde Ihnen die Pleite drohen. Was im realen Leben das normalste der Welt ist, nämlich auf jedes Angebot auch immer mit „Nein“ antworten zu können, wird uns von unseren Politikern also verwehrt. Wenn uns das Angebot nicht gefällt haben wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Auch wenn wir nicht wählen wird uns letztlich eine dieser Krankheiten regieren.

Auf der Suche nach einer Lösung, erkennt man immer zuerst wie es nicht geht und verwirft dann diesen Weg, ohne zu wissen wie die Lösung letztendlich aussehen wird. Genau diese Entwicklungschance wird uns in diesem Wahlsystem nicht gewährt. Wir wissen wie es nicht geht, haben aber keine Möglichkeit den falschen Lösungsansatz zu verwerfen. Das Fehlen einer Wahlalternative „Nein“ hält uns in diesem Teufelskreis gefangen.

Es werden immer mehr Menschen die mindestens ahnen, dass der eingeschlagene Weg nicht der Richtige ist. Als einziger Weg Ihrer Wut und Hilflosigkeit Ausdruck zu verleihen bleibt Ihnen, nicht zur Wahl zu gehen oder Ihre Stimme ungültig zu machen. Auch bei der letzten Landtagswahl im Saarland waren die Nichtwähler wieder einmal die stärkste Fraktion. Es ergab sich folgendes Ergebnis:

Das offizielle Ergebnis ist hier nachzulesen.

Dieses bereinigte Ergebnis bedeutet natürlich nicht, dass alle heutigen Nichtwähler auch die NEIN-Idee wählen würden, macht aber sehr schön anschaulich, wie die realen Mehrheitsverhältnisse in unserem Land aussehen. Meiner Meinung nach gibt es zur Zeit nur eine wirkliche Volkspartei und das ist die NEIN-Idee.Werden auch Sie Teil dieser Bewegung und fordern Sie Ihr Recht ein.Sagen Sie NEIN!

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10 Antworten auf Warum brauchen wir die NEIN-Idee ?

  1. Minko sagt:

    Hallo, euch ist in den News ein kleiner Rechtschreibfehler unterlaufen der dafür sorgte das ich eben mich doch etwas wunderte und mir ein „hä, wie was wer,da stimmt doch was nicht“ mir nicht verkneifen konnte .
    Was mich so „Schockierte“?
    Der folgende Satz: Michael König (41) aus Hersfeld. (Hersfeld nicht Harsefeld wie ich nach weiterem lesen befriedigt festellen konnte.
    Ich heiße Michael, bin 41, Politisch unterwegs und wohnte, bis vor garnicht langer Zeit, in Hersfeld und wohne auch jetzt noch im Landkreiß Hef und deshalb schockte mich das etwas, weil das hätte ich doch mitkriegen müssen wenn es hier noch so jemanden gäbe….Werde mich noch ein bisel mit euch beschäftigen, vieleicht mache ich auch mit, bis jetzt is schonmal net schlecht.
    Lieber Gruß aus Hessen

  2. verwirrung1a sagt:

    Sehr Interessant, wenn alles um einen herum sehr kompliziert und undurchschaubar geworden ist, ist die einfachste, genialste Idee, sehr schwer zu erkennen.
    Vielen Dank für das einfache, für die Möglichkeit der NEIN! Idee.
    Ich habe den Sinn Verstanden.

    Ein politisch sehr Interessierter Nichtwähler

  3. birgit sagt:

    Den Kommentar hatte ich eben bereits abgeschickt – nur taucht er leider nicht auf.

    Guten Tag,
    das Wichtigste vorweg: der Idee des „Nein“, welches eben nicht destruktiv, sondern durchaus ein Ausdruck von Konstruktivität gegenüber einem immer destruktiveren „Ja“ ist, eine Stimme zu geben, finde ich wunderbar.

    Darüber hinaus stellen sich mir Fragen:
    Wie bereits Annemarie schrieb, sind auch in meinem Umfeld nicht nur „Nein“-Sager, sondern ich sehe, gerade in der kommunalen Politik vor Ort, dass es nicht einmal Interessierte dort gibt, wo es um Dinge geht, die sie ganz direkt betreffen. Von 400 Mitbürgern kommen gerade einmal 60 zu Informationsveranstaltungen oder treten gar mit eigenen Aktivitäten auf den Plan. Und 60 Bürger sind im Vergleich zum Bund sogar ein überdurchschnittlicher Anteil an Beteiligung. Der Rest zeigt auch bei Nachfrage wenig Interesse.

    Lieber Michael, ich glaube, Ihre positive Prognose über das politische Interesse Ihrer Mitbürger ist Ihrer Begeisterung für die Nein-Idee gezollt, die ich ja durchaus teile.

    Eine weitere Frage treibt mich. Da die einmal gewählten Nein-Parlamentarier, wie alle Parlamentarier, keinem Parteienzwang unterliegen, wäre es doch ein Leichtes, dass nun diese Parlamentarier doch nach ihrem Gewissen entscheiden und bspw. für eine Erhöhung von Diäten/Einsätze der BW /uswusw. stimmten. Das Mandat bezieht sich auf die Person, nicht die Partei.

    Und wie wäre es bei in aller Augen völlig sinnvollen Forderungen – auch die gibt es im Bundestag ja so dann und wann – auch ein „Nein“? Und wer entscheidet, was ein „Ja“ berechtigt?

    Geschickt wäre es dann ja von den anderen Parteien ganz einfach Themen der Abstimmung so zu formulieren, dass letztlich ein „Nein“ eigentlich zu einem „Ja“ wird. Das hört sich jetzt wie Kindergarten an – aber schon heute wissen die Parlamentarier oft nicht, welche Auswirkungen ihr Votum am Ende wirklich hat.

    Ich freue mich auf Ihre Antworten.

    MfG

    • Hallo Birgit,
      die Kommentare müssen erst freigeschaltet werden.Das kann manchmal ein bißchen dauern.
      Zu Deinen Fragen:
      In den Kommunen wird doch heute wegen akkutem Geldmangel auch nur noch verwaltet. Alle Projekte die durchgeführt werden sind von EU, Bund oder Land finanziert. Und die,die die Mittel vergeben,bestimmen auch was und wie gebaut wird. Also ziehen sich die Menschen auch kommunal zurück. Es ist der selbe Mechanismus wie auf Bundesebene. Wenn ich nichts zu entscheiden habe gebe ich auch meine Stimme nicht ab.
      Zur zweiten Frage:
      Jedes NEIN!-Idee Mitglied, dass Entscheidungen mitträgt wird ausgeschlossen. Er oder Sie kann dann noch maximal den Rest der Legislaturperiode sein Unwesen im Parlament treiben. Die Gefahr besteht aber bei allen Parteien. Bei Mandatsträgern der NEIN!-Idee ist aber ein Abstimmverhalten gegen ihre Wähler sofort zu erkennen.
      Zur dritten Frage:
      Wenn im Bundestag sinnvolles beschlossen werden soll ,stimmen wir auch dagegen. Das hat zur Folge, dass wir bei der nächsten Wahl weniger Stimmen bekommen. Würden wir das nicht machen, wären wir kein Regulativ mehr, sondern eine Partei wie alle anderen.
      Zur vierten Frage:
      In unserem Programm steht, dass wir keine Entscheidungen mittragen. Wenn also ein Antrag so formuliert ist dass ein „Nein“ die Zustimmung bedeuten würde, müssten wir mit „ja“ stimmen.
      Beispiel: „Sind sie dafür, die Diäten nicht um 10% zu erhöhen.“
      Wir werden das nicht entscheiden. Wir lehnen alle Anträge im Parlament ab. Einzige Ausnahme: Entscheidungen darüber,den Menschen die Entscheidung direkt zu überlassen.

      • birgit sagt:

        Lieber Jens,

        vielen Dank für die rasche Antwort.

        Zum „kommunalen Mitbürgerverhalten“. Mein Beispiel bezog sich auf einen konkreten Fall, den ich nicht miterwähnte. Es ging um die Erweiterung einer Biogasanlage. Hier  k o n n t e  das Dorf selbst entscheiden. Leider war das Interesse eben gering. Die Erweiterung wurde vom Gemeinderat, der sich aus der Bevölkerung Meinungen erbat, abgelehnt.

        Ein wenig habe ich den Eindruck, dass „das Volk“ und „die da oben“von Dir sehr schwarz/weiss gezeichnet sind. Ganz sicherlich gibt es Politikverdrossene. Es gibt allerdings auch völlig Desinteressierte und dies nicht nur, weil sie ohnehin nichts zu entscheiden haben, sondern, weil das auch bedeuten würde, tätig zu werden. 

        Zu 2: immerhin stehen Leute, die sich für eine Partei entscheiden, die auch ein inhaltliches Programm hat, anscheinend für eine gewisse Haltung. Nur „Nein“ bedeutet auch, dass dieser Kandidat für nichts steht. Ich kann ihn nicht einschätzen – und kann somit sehr überrascht werden, als was er sich nun im Bundestag entpuppt. Und dann habe ich ihn 4 Jahre „an der Backe“. Deine Antwort ist für mich höchst unbefriedigend.

        Zu 3: Es wird also selbst bei sinnvollen Entscheidungen dagegen gestimmt, weil das Volk nicht selber darüber abstimmt.  Stell Dir einmal vor, es wird im Bundestag über etwas abgestimmt, bei dem die schweigende Mehrheit, die Ihr ja vertreten wollt, dafür wäre. Ist Euer „Nein“ nicht auch ein „Nein“ gegen „Nein-Partei“-Wähler. Müsste es nicht viel mehr so aussehen: vor jeder Abstimmung wird in der Bevölkerung ein Meinungsbild erhoben und die  „Nein-Partei“ stimmt in diesem Sinne ab? 

        Damit würde die „Nein-Partei“ genau das erfüllen, was sie im Bundestag und bei anderen Parteien vermisst – die Basisdemokratie. 

        Wenn man den anderen Parteien vorwirft über die Köpfe der Wähler zu entscheiden, dann kann es eigentlich nicht angehen, dass ich von diesen Parteien erwarte, dass sie etwas ändern (in dem ich sie mürbe mache, weil ich all ihre Vorschläge ablehne und sie so dazu bringe, für Basisdemokratie zu sein). Ich muss dann mit gutem Beispiel voran gehen und basisdemokratisch Entscheidungen einbringen. Wenn ich dann auch noch Deinen Optimismus  in Hinsicht auf die Aktivierung von ehemals passiven Nichtwählern hätte, dann dürfte diese Mobilisierung doch eigentlich kein Problem sein. 
        Bei jeder neuen Abstimmung im Parlament holt die „Nein-Partei“ zunächst über Umfragen „Volkesmeinung“ ein.

        MfG
        Birgit

        • admin sagt:

          Liebe Birgit, genau aus diesem Grund haben wir ja den Passus mit der direkten Demokratie im Programm. Also, wenn es wirklich geschehen sollte dass die regierenden Parteien vernünftige Dinge beschliessen sollten, werden wir gegen diesen Antrag stimmen und einen Alternativantrag einbringen in dem darüber abgestimmt werden soll, ob die Menschen über den ersten Antrag selbst und direkt entscheiden sollen. Wir werden nichts entscheiden, ausser darüber, Entscheidungen an die Menschen abzugeben. Jedes Mitglied der NEIN!-Idee kann auch selbst Anträge formulieren, aber die Entscheidung darüber steht uns nicht zu. Die Kandidaten der NEIN!-Idee lassen sich auch ganz leicht einschätzen. Jedenfalls im Nachhinein. Vor ab ist das sicherlich bei jedem unmöglich. Halten sie sich an ihr Wahlversprechen oder nicht, das ist die Frage. Das ist bei uns ganz einfach festzustellen. Wir können uns nicht nach den Wahlen hinstellen und mit irgendwelchen Ausreden kommen a la: „Die Haushaltslage war schlechter als vermutet und deswegen müssen wir jetzt anders handeln als vor der Wahl versprochen“
          Sieh die NEIN!-Idee doch einfach als das was sie sein möchte, eine erstklassige Möglichkeit die Etablierten für Ihre destruktive Politik abzustrafen und in eine andere Richtung zu zwingen. Ein Schutzmechanismus quasie.
          Wir möchten nicht stellvertretend für die Menschen entscheiden, wir möchten dass die Menschen wieder selbst entscheiden. Bis auf welche Ebenen das hinunter geht, werden wir sehen.

  4. Annemarie Gaspard sagt:

    Nichtwähler sind entweder politisch nicht interessiert oder sie finden in keiner Partei eine politische Heimat. Nur die letzteren sind potentielle Mitglieder oder Wähler der Nein-Partei.

    • Ich persönlich kenne keinen Nichtwähler der sich nicht über die herrschenden Politiker und Parteien aufregt. Nicht politisch interessiert zu sein bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass einem egal ist was in der Welt geschieht. Wir werden sehen wie sich die Nichtwähler entscheiden. Ich selbst war immer überzeugter Nichtwähler und wollte auch nie in eine Partei, trotzdem war und bin ich aber am Weltgeschehen interessiert und habe auch meine Vorstellungen von sozialem Zusammenleben.

      • Annemarie Gaspard sagt:

        Natürlich kenne ich auch niemanden, der nicht mal etwas über Merkel und Co. gehört hat. Du kannst die Ohren ja nicht verschließen wie die Augen. Über Merkel und Co. zu schimpfen ist doch nicht mit politischem Interesse gleichzusetzen. Ich bin Null an Fußball und an Sport überhaupt interessiert, ich hasse Boxen, weiß aber z.B wer deutscher Fußballmeister geworden ist und ärgere mich darüber, wie viel Geld von meinen Gebühren dafür verschwendet wird. Bitte, auch wenn es nicht ins Kalkül paßt – 40 % sind so schön rund und klingen so über-zeugend – an solchen Parteie mangelt es nicht.

        • Michael sagt:

          Hallo Annemarie, das ist nicht korrekt…es gibt nicht eine einzige Partei, die sich soweit zurücknimmt und dem Wähler nicht irgendetwas aufzwingen will, wie die NEIN Idee. Das ist ja das einzigartige, der Wähler kauft nix und ist nicht in der Gefahr jemanden zu wählen, der Dinge tut die er nicht vorher anschätzen kann.
          Nenne mir mal eine PArtei, die das anbietet. Wenn Du das kannst machen wir den Laden dicht.
          Liebe Grüße
          Michael

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